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Zukunftsplan NRW- Das Wahlprogramm zur LTW 2010 und 2012

Meldung

1. September 2007
Stadtentwicklung und Verkehr, Ökologie, Migration und Integration

Grüne initiieren Interkulturelle Gärten

Die Duisburger Grünen haben Initiative zur Errichtung der "Interkulturellen Gärten Duisburg" gestartet. Hier der gegen die Stimmen von SPD und Bürgerunion beschlossene Ratsantrag:

 

Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Interkulturelle Gärten Duisburg

 

Der Rat der Stadt Duisburg beschließt die Einleitung eines beteiligungsorientierten Prozesses zur Errichtung der "Interkulturellen Gärten Duisburg". In den Gärten sollen Menschen unterschiedlicher Herkunft Flächen zur Verfügung gestellt werden. Ein begleitendes Kulturprogramm soll gleichzeitig ein Beitrag zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010 sein. Nach erfolgter Flächensuche soll es zur landschaftlichen Gestaltung der Umgebungsflächen der Kleingärten sowie der inneren Gestaltung der Gemeinschafts-, Verkehrs- und sonstigen nicht unmittelbar nutzgärtnerisch genutzten Flächen einen landschaftsplanerischen Wettbewerb geben.

 

Begründung:

Duisburg ist als Teil der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010 dazu aufgerufen, sich mit innovativen Projekten zu beteiligen. Dabei kommt es insbesondere auf die Nutzung endogener Potentiale an. Ein Reichtum Duisburgs besteht im Vorhandensein einer breiten Migrantenkultur sowie von durch den Strukturwandel entstandenen Brachflächen.

 

Interkulturelle Gärten sind der Versuch, interkulturellen Austausch und gesellschaftliche Integration von Migranten und Migrantinnen auf dem niederschwelligen Niveau des Gartenbaus zu erreichen. Mittlerweile gibt es in Deutschland über 44 Interkulturelle Gärten mit verschiedenen konzeptionellen Ausrichtungen (vgl. www.stiftung-interkultur.de).

 

Die Verbindung von Interkulturellen Gärten und einem Kulturprogramm auf hohem Niveau passt als Konzept in die vorläufigen Leitprojekte der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 "Land for Free" (kreative Umnutzung von Brachflächen) und "Melez" (Kulturfestival zur Migration). Hier ist eine frühzeitige Absprache mit dem Kulturhauptstadtbüro sinnvoll.

 

Die Errichtung der Interkulturellen Gärten Duisburg soll in einem beteiligungsorientierten Prozess angegangen werden. Der Beteiligungsprozess könnte durch die EG DU gesteuert werden. Insbesondere sollen, außer den potentiellen Gärtnern, Migrantenverbände, Flüchtlingsverbände, Kleingartenverbände (zum Beispiel der Verband der Duisburger Kleingartenanlagen), Umweltverbände, Kulturschaffende und potentielle Anwohner und Anwohnerinnen mit einbezogen werden. Unterstützt werden kann dieser Prozess durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen und Fachverbänden wie der Universität Duisburg-Essen und der Stiftung Interkultur. Ziel ist die Schaffung eines Trägervereins. Um die Bildung des Trägervereins, die Einbeziehung der genannten Personengruppen und die fachliche Unterstützung zu gewährleisten, soll die Einberufung eines Beirats erwogen werden. Für den Trägerverein soll es folgende Rahmenbedingungen geben:

 

  • Um eine ausgewogene Verteilung der Flächen zu erreichen, soll es einen "Nationenschlüssel" geben, der die Vielfalt im jeweiligen Stadtteil wiedergibt. Um den Integrationscharakter zu betonen, sollen Gärtner deutscher Nationalität berücksichtigt werden.
  • Es soll ein Schwerpunkt der Vergabe bei allein stehenden Frauen und allein erziehenden Vätern und Müttern liegen.
  • Der Trägerverein soll klare Regeln für das Verhalten der Pächterinnen und Pächter und die Gestaltung der Gärten aufstellen, um eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. Die Gärten sollen offen gestaltet werden. Es soll ökologischer Gartenbau betrieben werden.
  • Nach Möglichkeit soll es ein Veranstaltungs- und Bildungsprogramm für die Pächterinnen und Pächter geben.

 

Die entsprechende Fläche für die Interkulturellen Gärten Duisburg soll entsprechend groß und für die Zielgruppe, also die potentiellen Gärtner und Gärtnerinnen, fußläufig zu erreichen sein. Für das Kulturprogramm soll eine entsprechend nutzbare Fläche für ein Open-Air- oder Zelt-Programm in unmittelbarer Umgebung verfügbar und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein. Zentrumsnahe Flächen sind zu bevorzugen. Die Flächen sind entsprechend aufbereitet von der Stadt zur Verfügung zu stellen. Zur Gestaltung der Umgebungsflächen soll es einen landschaftsplanerischen Wettbewerb geben. Die Flächen sollen offen und naturnah gestaltet werden und für die Allgemeinheit begehbar sein. Eine kleinteilige Umsetzung, gegebenenfalls auch auf mehreren Flächen, soll geprüft werden.

 

Es soll auch geprüft werden, inwieweit eine Kooperation mit anderen interkulturellen Gärten im Ruhrgebiet (zum Beispiel in Essen und Bochum) sinnvoll ist. Es soll eine Förderung durch Mittel der EU, des Bundes und des Landes geprüft werden.