Suche in http://grueneduisburg.de/

Newsletter bestellen

Ich möchte den Newsletter!

Zukunftsplan NRW- Das Wahlprogramm zur LTW 2010 und 2012

Nachrichtenarchiv

17. April 2010

Ist Toleranz Selbstverständlichkeit oder Luxusgut?

Die jüngsten Äußerungen des Essener Ruhrbischofs Franz-Josef Overbeck in der Sendung „Anne Will“ sorgen auch bei den Duisburger Grünen für große Empörung. Dort behauptete er, Homosexualität sei eine Sünde. Sie widerspräche der Natur von Mann und Frau.
Ist Toleranz Selbstverständlichkeit oder Luxusgut?


„Wir sind davon überzeugt, dass eine solche anachronistische Einstellung heute nicht mehr unwidersprochen hingenommen werden darf. Gerade als Vertreter der Kirche, die sich anmaßt, die letzte moralische Instanz in Deutschland zu sein, sollte sich Overbeck bewusst sein, welchen fragwürdigen Strömungen er das Wort redet. Der unverhohlene Aufruf zu Intoleranz und Diskriminierung kann im schlimmsten Falle als Rechtfertigung für gewaltsame Übergriffe gegenüber der Minderheit von Homosexuellen angesehen werden“, so Carmen Müller Landtagsdirektkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen.


Homosexuelle wurden während des Faschismus ermordet, fristeten lange Zeit danach ein Schattendasein in der Bundesrepublik und sind auch heute noch Opfer von Spott, Verachtung und Hass durch konservative, rechte und intolerante Menschen. „ Sollte nicht der Versuch, Liebe in Freiheit auszuleben, ein Gut sein, welches jeder Mitbürgerin und jedem Mitbürger zu Teil werden sollte? Dass dies nicht so ist, wird spätestens deutlich, wenn man die viermal so hohe Selbstmordrate von homosexuellen Jugendlichen betrachtet. Solche Fakten sollten uns erschrecken und dazu bewegen, uns zu verdeutlichen, dass unüberlegte diskriminierende Äußerungen und Handlungen zur Folge haben, dass das Leben der Mitmenschen an Qualität verliert und einzelne vielleicht sogar dazu bringt, sich isoliert und gehasst zu fühlen“ betont Vorstandsmitglied Gerwin Ruske.


„Um solchen Tendenzen der Diskriminierung schon in ihren Anfängen entgegenzutreten, betrachten wir es als unsere Pflicht, für moralische Werte einzutreten, die nicht ein lebender Anachronismus sind, bestehende Lebenswelten als sündig brandmarken und Minderheiten aus der Gesellschaft ausschließen, sondern durch Toleranz und Offenheit ein lebenswertes Miteinander zu garantieren. ein Miteinander, dass allen ermöglicht, einen Menschen unabhängig von seinem Geschlecht zu lieben und diese Liebe auch offen zu zeigen“, sind sich die beiden einig.




Foto: flickr/tellmewhat2 CC-nc-by-sa